Schulranzen & Plattfuß-Check: Wann Kinder Einlagen brauchen

Kristof Eilersam
6 Min. Lesezeit
Nicht jeder Plattfuß beim Kind ist behandlungsbedürftig – bis zum Alter von 5–6 Jahren ist ein flaches Fußgewölbe normal. Einlagen bei Kindern sind dann sinnvoll, wenn die Fußfehlstellung Beschwerden verursacht, das Gangbild beeinträchtigt oder orthopädische Folgeprobleme drohen. Eine genaue Diagnose durch den Kinderarzt oder Kinderorthopäden ist Voraussetzung.

Kurz vor dem Schulstart – oder wenn der erste lange Schultag hinter dem Kind liegt – fragen viele Eltern: „Mein Kind läuft X-beinig, braucht es Einlagen?" oder „Der Arzt hat einen Plattfuß festgestellt – was bedeutet das?" Dieser Ratgeber hilft Ihnen, zu verstehen, was normal ist, wann Einlagen sinnvoll sind und was das Sanitätshaus Wiggers für Ihr Kind tun kann.

Welche Fußformen gibt es bei Kindern?

Kinder haben anatomisch andere Füße als Erwachsene. Das Fußgewölbe entwickelt sich erst schrittweise bis etwa zum 10. Lebensjahr. Einige häufige Begriffe:

Knick-Senkfuß (physiologisch)

Der häufigste Befund bei Kleinkindern: Das Fußgewölbe ist abgeflacht, der Fersenbereich knickt nach innen. Bis zum Schulalter ist das in den meisten Fällen vollkommen normal und entwickelt sich von selbst heraus. Eine Behandlung ist nur nötig, wenn Beschwerden vorhanden sind oder die Fehlstellung über das 6.–8. Lebensjahr hinaus persistiert.

Spreizfuß

Der Quergewölbe des Vorfußes ist abgesunken. Typische Beschwerden: Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen nach längerem Stehen oder Laufen, Druckstellen. Auch beim Spreizfuß sind Einlagen erst bei Beschwerden sinnvoll.

Plattfuß (Pes planus)

Ein echter Plattfuß – ohne jedes Gewölbe, mit vollständigem Bodenkontakt der gesamten Fußsohle – ist bei Schulkindern über 7–8 Jahren behandlungswürdig, wenn er zu Beschwerden führt.

Hohlfuß (Pes cavus)

Das Gegenteil des Plattfußes: Ein übermäßig hohes Längsgewölbe. Der Hohlfuß ist häufig mit muskulären Erkrankungen assoziiert und sollte von einem Spezialisten abgeklärt werden.

Wann sind Einlagen bei Kindern wirklich notwendig?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten – und das ist auch gut so, denn zu viele Kinder bekommen Einlagen, die sie nicht brauchen. Einlagen sind dann sinnvoll, wenn:

  • Beschwerden vorhanden sind: Fußschmerzen, Wadenprobleme, Knieschmerzen, Müdigkeit beim Gehen.
  • Das Gangbild deutlich auffällig ist: Stark auswärts gedrehte Füße, schweres Watscheln, Treppensteigen macht Probleme.
  • Folgeprobleme entstehen: Fehlbelastungen, die auf Knie, Hüfte oder Wirbelsäule übertragen werden.
  • **Die Fehlstellung nach dem 8. Lebensjahr noch ausgeprägt ist und nicht selbst korrigiert.

Was Einlagen bei Kindern nicht leisten: eine normale Fußentwicklung korrigieren oder beschleunigen. Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund (Gras, Sand) ist für die Fußentwicklung wertvoller als jede Einlage.

Die Rolle des richtigen Schuhwerks

Bevor Einlagen in Betracht gezogen werden, sollte das Schuhwerk geprüft werden. Kinder-Schuhe sollten:

  • Ausreichend lang und breit sein (1 cm Platz vor der großen Zehe)
  • Eine biegsame, aber nicht zu weiche Sohle haben
  • Den Fuß an der Ferse gut umfassen (keine ausgelatschten Schuhe)
  • Kein übertriebenes Gewölbe eingebaut haben (Einlagen von der Stange im Schuh sind oft kontraproduktiv)

Schulranzen spielen übrigens keine direkte Rolle für die Fußentwicklung – dieser Mythos hält sich hartnäckig, ist aber wissenschaftlich nicht belegt. Ein zu schwerer Schulranzen belastet die Wirbelsäule, nicht die Füße.

Was zahlt die Krankenkasse?

Mit ärztlichem Rezept vom Kinder- oder Jugendarzt bzw. vom Kinderorthopäden übernimmt die GKV orthopädische Einlagen für Kinder bis zum Festbetrag. Gesetzlicher Eigenanteil: 10 % (mind. 5 €, max. 10 € pro Paar). Kinder unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit.

In der Regel werden bis zu zwei Paar Einlagen pro Kalenderjahr bewilligt.

Wie läuft die Einlagenversorgung bei Sanitätshaus Wiggers ab?

In unseren Filialen – darunter die Werkstatt in Osternburg – sind wir auf die Versorgung von Kindern spezialisiert. Der Ablauf:

  1. Rezeptvorlage: Kinder- oder Jugendarzt stellt die Verordnung aus.
  2. Fußdruckmessung: Digitale Pedobarographie zeigt, wie der Fuß Ihres Kindes belastet ist.
  3. Beratung: Wir erklären Ihnen und Ihrem Kind, was die Messung zeigt und welche Einlage sinnvoll ist.
  4. Anfertigung: Die Einlagen werden in unserer Werkstatt angefertigt und an das Schuhwerk Ihres Kindes angepasst.
  5. Anprobe und Einweisung: Wir zeigen Ihrem Kind, wie die Einlagen richtig im Schuh positioniert werden.

Schulstart-Aktion in Oldenburg

Rund um den Schulbeginn bieten wir in unseren Filialen schnelle Termine für Fußdruckmessung und Einlagen-Beratung an. Kommen Sie mit Ihrem Kind und dem Schuhwerk in Osternburg, Ofenerdiek, Tweelbäke oder Wiefelstede.

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Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose. Lassen Sie Ihren Kinderarzt oder Kinderorthopäden beurteilen, ob eine Einlagenversorgung sinnvoll ist.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Leitlinie Kindliche Fußdeformitäten, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), § 33 SGB V.

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