Senkfuß und Spreizfuß: Ursachen, Einlagen und Übungen
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Beim Senkfuß ist das Längsgewölbe abgeflacht, beim Spreizfuß das Quergewölbe im Vorfuß. Beide Fehlstellungen treten häufig gemeinsam auf. Einlagen können die Gewölbe unterstützen und belastete Bereiche entlasten, gezielte Übungen können die Fußmuskulatur kräftigen. Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Müde Füße am Abend, brennende Fußballen, Schmerzen im Mittelfuß oder Schuhe, die vorne immer enger werden: Hinter solchen Beschwerden steckt häufig ein Senk- oder Spreizfuß. Beide Fehlstellungen sind weit verbreitet und entwickeln sich oft schleichend über Jahre. In unseren Filialen in Oldenburg und Wiefelstede gehören sie zu den häufigsten Anlässen für eine Einlagenversorgung. In diesem Ratgeber erklären wir die Unterschiede, mögliche Ursachen und was Sie tun können.
Was ist ein Senkfuß?
Der Fuß hat ein Längsgewölbe, das sich an der Innenseite von der Ferse bis zum Großzehenballen spannt. Es wirkt wie eine natürliche Feder, die Stöße abfedert. Beim Senkfuß ist dieses Gewölbe abgeflacht – unter Belastung sinkt der Fuß an der Innenseite stärker ab als normal.
Häufig tritt der Senkfuß zusammen mit einem Knickfuß auf, bei dem die Ferse nach innen kippt. Man spricht dann vom Knick-Senkfuß. Ist das Gewölbe vollständig abgeflacht, spricht man vom Plattfuß.
Typische Beschwerden können sein:
- schnelle Ermüdung der Füße beim Gehen oder Stehen
- Schmerzen an der Fußinnenseite oder im Gewölbe
- Beschwerden, die bis in Knie, Hüfte oder Rücken ausstrahlen können
- einseitig abgelaufene Schuhsohlen
Was ist ein Spreizfuß?
Neben dem Längsgewölbe hat der Fuß ein Quergewölbe im Vorfuß. Beim Spreizfuß ist dieses Quergewölbe abgesenkt, die Mittelfußknochen weichen auseinander, der Vorfuß wird breiter. Dadurch lastet mehr Gewicht auf den mittleren Mittelfußköpfchen, die dafür eigentlich nicht ausgelegt sind.
Typische Beschwerden können sein:
- brennende oder stechende Schmerzen unter dem Fußballen
- Hornhaut und Schwielen im Vorfußbereich
- Schuhe, die vorne drücken oder zu eng werden
Ein Spreizfuß kann die Entstehung eines Hallux valgus begünstigen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Hallux valgus: Welche Schienen und Bandagen wirklich helfen.
Mögliche Ursachen
Senk- und Spreizfüße haben meist mehrere Ursachen, die zusammenwirken:
- Schwäche der Fußmuskulatur, etwa durch wenig Bewegung oder dauerhaft stützendes Schuhwerk
- Bindegewebsschwäche, die teilweise anlagebedingt ist
- Übergewicht, das die Gewölbe stärker belastet
- Langes Stehen im Beruf
- Enge Schuhe und hohe Absätze, die den Vorfuß belasten
- Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in der Schwangerschaft
Bei Kindern ist ein flexibler Senk- oder Knick-Senkfuß in bestimmten Altersphasen häufig und nicht automatisch behandlungsbedürftig. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Einlagen für Kinder.
Wie Einlagen helfen können
Einlagen können die Fußgewölbe unterstützen und Druck von überlasteten Bereichen nehmen. Je nach Befund kommen unterschiedliche Elemente infrage:
Beim Senkfuß
Eine stützende Einlage unterstützt das Längsgewölbe und kann bei einem Knick-Senkfuß die Ferse in einer günstigeren Position führen. Das kann die Muskulatur entlasten und die Ermüdung der Füße verringern.
Beim Spreizfuß
Eine sogenannte Pelotte – eine kleine Erhöhung hinter den Mittelfußköpfchen – unterstützt das Quergewölbe. Dadurch kann der Druck unter dem Fußballen sinken. Weichbettende Zonen im Vorfuß können zusätzlich entlasten.
Sensomotorische Einlagen
Sensomotorische Einlagen setzen über gezielte Erhebungen Reize an der Fußsohle und sollen die Muskulatur aktivieren. Ob sie für Sie infrage kommen, besprechen wir gemeinsam.
Einen Überblick über stützende, weichbettende und sensomotorische Einlagen finden Sie auf unserer Seite zur Einlagenversorgung.
Übungen für kräftige Füße
Einlagen unterstützen den Fuß – Übungen stärken ihn. Ideal ist die Kombination aus beidem. Diese einfachen Übungen können Sie zu Hause machen, am besten barfuß. Stimmen Sie das Programm bei Beschwerden mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapie ab:
- Handtuch raffen: Legen Sie ein Handtuch vor sich auf den Boden und ziehen Sie es nur mit den Zehen zu sich heran.
- Murmeln greifen: Heben Sie kleine Gegenstände mit den Zehen auf und legen Sie sie in eine Schale.
- Kurzer Fuß: Ziehen Sie im Stehen den Fußballen Richtung Ferse, ohne die Zehen einzukrallen. So spannt sich das Längsgewölbe an. Halten Sie die Spannung einige Sekunden.
- Zehenstand: Stellen Sie sich langsam auf die Zehenspitzen und senken Sie sich kontrolliert wieder ab.
- Barfuß gehen: Auf Rasen, Sand oder unebenem Untergrund werden die Fußmuskeln vielseitig gefordert.
So läuft die Einlagenversorgung ab
- Beratung und Rezeptprüfung: Wir besprechen Ihre Beschwerden und Ihr Schuhwerk.
- Digitaler 3D-Fußscan mit Fußdruckanalyse: Wir erfassen Ihre Fußform digital und analysieren den Fußdruck – in allen vier Filialen in Osternburg, Ofenerdiek, Tweelbäke und Wiefelstede. Bei Bedarf ergänzen wir eine Gangbildanalyse.
- Fertigung: Ihre Einlagen werden in unserer eigenen Werkstatt in der Bremer Heerstraße 80 in Oldenburg angefertigt.
- Anprobe: Wir prüfen den Sitz in Ihren Schuhen und passen bei Bedarf nach.
Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten im Rahmen der vertraglichen Regelungen; Sie zahlen die gesetzliche Zuzahlung und gegebenenfalls einen wirtschaftlichen Aufzahlungsbetrag. Mehr dazu im Ratgeber Orthopädische Einlagen: wann nötig, was sie kosten.
Jetzt beraten lassen
Sie vermuten einen Senk- oder Spreizfuß? Wir beraten Sie gern in einer unserer vier Filialen in Oldenburg und Wiefelstede.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
