Sturzprophylaxe im Winter: Sichere Mobilität bei Glatteis
Stürze im Winter gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei Senioren. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind: rutschfestes Schuhwerk mit Profilsohle, Eisspikes für Gehstock und Rollator, ausreichende Beleuchtung bei Dunkelheit und – wenn möglich – das Vermeiden gefährlicher Wege bei extremem Glatteis. Ein Hausnotruf gibt zusätzliche Sicherheit für den Ernstfall.
Der November bringt Nässe, der Dezember Frost – und damit eine der gefährlichsten Jahreszeiten für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Im Oldenburger Land ist Glatteis auf Gehwegen im Winter keine Seltenheit, und ein Sturz auf dem Weg zum Briefkasten oder zum Bäcker kann schwerwiegende Folgen haben: Oberschenkelhalsfrakturen, Handgelenksbrüche oder Kopfverletzungen können die Selbstständigkeit dauerhaft gefährden. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Hilfsmitteln und ein bisschen Vorbereitung lässt sich das Sturzrisiko im Winter deutlich senken.
Warum Stürze im Winter so gefährlich sind
Für jüngere Menschen ist ein Ausrutschen auf Eis meist ein Schreck ohne bleibende Folgen. Für ältere Menschen sieht das ganz anders aus: Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte ab, die Reaktionsgeschwindigkeit lässt nach, und die Muskeln sind weniger in der Lage, einen Sturz abzufangen. Die Folge: Ein Sturz, der für einen 30-Jährigen glimpflich ausgeht, kann bei einem 75-Jährigen zu einem langen Krankenhausaufenthalt und aufwendiger Rehabilitation führen.
Statistiken des Robert Koch-Instituts zeigen, dass Stürze die häufigste Ursache für Verletzungen bei Menschen über 65 Jahren sind – und ein erheblicher Anteil dieser Stürze ereignet sich im Winter auf glatten Wegen. Die Sturzprophylaxe im Winter ist deshalb keine Kleinigkeit, sondern ein wichtiger Baustein für die Erhaltung der Selbstständigkeit im Alter.
Schuhwerk: Die Basis jeder Sturzprophylaxe
Bevor wir über Hilfsmittel sprechen: Der wichtigste Faktor für sicheres Gehen im Winter ist das richtige Schuhwerk. Viele Stürze passieren, weil Menschen in glattsohligen Hauspantoffeln oder abgelaufenen Schuhen nach draußen gehen.
Was gute Winterschuhe für Senioren ausmacht:
- Profilsohle: Eine tiefe, strukturierte Sohle aus rutschhemmendem Gummi ist das A und O. Vergleichen Sie die Sohle mit einem Autoreifen – je tiefer das Profil, desto besser der Halt.
- Breite, stabile Basis: Schmale High Heels oder Schuhe mit übermäßig weicher Sohle bieten keinen sicheren Stand. Suchen Sie nach Schuhen mit einer breiten Auflagefläche.
- Knöchelunterstützung: Ein leicht erhöhter Schaft gibt dem Sprunggelenk mehr Halt und verhindert das Umknicken auf unebenem Untergrund.
- Klettverschluss oder Schnürung: Vermeiden Sie Schuhe, die beim Anziehen Gleichgewicht erfordern. Klettverschlüsse sind bequem und sicher.
- Passform: Ein zu weiter oder zu enger Schuh ist gefährlich. Lassen Sie Ihre Schuhe im Fachgeschäft anpassen – im Sanitätshaus Wiggers beraten wir Sie gerne zu geeignetem Schuhwerk in unseren Filialen in Osternburg, Ofenerdiek, Tweelbäke und Wiefelstede.
Eisspikes & Schneekettchen: Nachrüsten leicht gemacht
Wenn das Eis schon liegt und der Weg nicht aufzuschieben ist, helfen Eisspikes für Schuhe, Gehstöcke und Rollatoren.
Eisspikes für Schuhe
Eisspikes (auch Schuhkrallen oder Grödel genannt) sind Gummibänder mit Metallzacken, die sich über den Schuh ziehen lassen. Sie greifen in das Eis und geben auf glatten Flächen erstaunlich guten Halt. Wichtig: Eisspikes funktionieren auf Eis hervorragend, aber auf Fliesen oder Laminat innen sind sie rutschig und müssen unbedingt vor dem Betreten von Gebäuden abgenommen werden.
Spitze für den Gehstock
Gehstöcke haben in der Regel eine Gummispitze. Diese haftet auf trockenem Untergrund gut, auf Glatteis jedoch kaum. Eine Eisspitze oder eine Eiskralle für den Gehstock lässt sich schnell aufschrauben und gibt auf vereisten Wegen sicheren Halt. Viele Modelle sind klappbar, sodass Sie die Spitze auf Knopfdruck von Gummi auf Eis umschalten können – sehr praktisch beim Wechsel zwischen Innen- und Außenbereich.
Winteraufrüstung für den Rollator
Für Rollatoren gibt es spezielle Winterreifen mit Spikes sowie rutschfeste Auflagen für die Bremsgummis. Diese lassen sich einfach nachrüsten und machen den Rollator auch auf schnee- und eisbedeckten Wegen manövrierfähig. In unseren Filialen helfen wir Ihnen dabei, Ihren Rollator winterfit zu machen – bringen Sie Ihr Gerät einfach vorbei.
Richtig gehen bei Glatteis
Auch mit dem besten Schuhwerk kommt es auf die Gehtechnik an. Folgende Punkte helfen bei Glatteis:
- Kleine Schritte: Machen Sie bewusst kürzere Schritte als gewohnt. Je kleiner der Schritt, desto stabiler die Balance.
- Leicht nach vorne beugen: Eine geringfügig nach vorne geneigte Körperhaltung senkt den Schwerpunkt und verteilt das Gewicht günstiger.
- Arme nicht in Taschen: Halten Sie die Arme leicht angewinkelt und frei, um bei Bedarf reflexartig gegenzusteuern.
- Niemals rennen: Hast ist auf Glatteis der größte Feind. Planen Sie für Winterwege mehr Zeit ein.
- Treppen besonders vorsichtig: Halten Sie sich immer am Geländer fest; treten Sie mit dem ganzen Fuß auf, nicht nur mit der Spitze.
Wohnung sturzfrei gestalten
Viele Stürze passieren nicht draußen, sondern zu Hause – im Bad, im Flur oder beim Aufstehen. Gerade im Winter, wenn die Dunkelheit früher einsetzt und man morgens oder abends öfter im Dunkeln unterwegs ist, lohnt es sich, die eigenen vier Wände auf Sturzfallen zu checken:
- Teppiche befestigen: Lose Teppiche und Badematten sind klassische Sturzfallen. Verwenden Sie rutschhemmende Unterlagen oder Klettband.
- Ausreichend Licht: Nachtlichter im Flur und Badezimmer sind günstig und können im Notfall lebensrettend sein.
- Haltegriffe im Bad: Ein Haltegriff neben der Dusche und neben der Toilette kostet wenig und bietet viel Sicherheit. Sanitätshaus Wiggers berät Sie auch zur Installation von Haltegriffen.
- Freie Gehwege: Kabel, Schuhe oder Taschen auf dem Boden sind unsichtbare Stolpergefahren, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
Hausnotruf: Sicherheit für den Ernstfall
Trotz aller Vorkehrungen kann ein Sturz passieren. Ein Hausnotruf gibt Ihnen und Ihren Angehörigen die Sicherheit, dass im Ernstfall schnell Hilfe kommt. Das Gerät – meist ein kleines Armband oder eine Halskette mit einem Knopf – verbindet Sie im Notfall per Knopfdruck mit einer 24-Stunden-Servicezentrale oder direkt mit Angehörigen.
Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten für einen Hausnotruf. Fragen Sie uns – wir beraten Sie zu geeigneten Modellen und klären gemeinsam mit Ihnen die Finanzierungsmöglichkeiten.
Jetzt winterfit werden
Lassen Sie uns Ihren Rollator oder Gehstock für den Winter ausrüsten und sich zu geeignetem Winterschuhwerk beraten – in unseren Filialen in Osternburg, Ofenerdiek, Tweelbäke und Wiefelstede.
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Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Unsicherheiten zur eigenen Sturzgefährdung sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder einem Physiotherapeuten.
Quellen: Robert Koch-Institut – Sturzprävention im Alter, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Sturzprophylaxe, § 33 SGB V.
